Generation whY [Autor: Frederic]

 

Es ist 22:10 Uhr und eigentlich will ich noch ne Folge Mad Men streamen, aber wie so oft ploppen dutzende Popups auf und am Ende ist die Folge nicht verfügbar, auch nicht auf einem der anderen Server. An einem Popup bleibe ich hängen. Ein geiles blondes Girl macht obszöne, stumpf immer wiederkehrende Gesten, das Wort “ficken” blinkt mich lila in einen Rausch. Konzentration! Textlesen!

“Wichst du noch, oder fickst du schon?

Echt geile Teens wollen Sex!

Jetzt kostenlos anmelden & ficken!”

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Ein Mann sieht Brot [Autor: marvin]

How many times must I sell myself before my pieces are gone?
I’m one of a kind,
I’m designer.
- Queens of the Stone Age: I’m Designer

Prolog: Gott isst Brot

Im Anfang war das Brot, und das Brot war bei Gott, und Gott war das Brot. Und das Brot ward Fleisch und wurde ein B.M.T. mit extra Käse und doppelt Bacon und wohnte in uns, und wir schmeckten seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des einverleibten Subs von Fathi dem Sandwich-Artist®, voller Gnade und Wahrheit.

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march of the pigs [Autor: marvin]

Ketamin, die unter dem Szenenamen Special K beliebte Technodroge, ist bekanntlich ein Betäubungsmittel, mit dem man Schweine vollpumpt, damit sie auf dem Weg zur Schlachtanlage vor lauter Stress nicht krepieren. Mir, einem absoluten Noob auf dem Gebiet des Schlachtens und des Stresses bei Schweinen, stellt sich da zunächst einmal die naive Frage, wieso man Schweine zum Sterben am Leben hält. Wahrscheinlich gibt es dafür eine Reihe absolut nachvollziehbarer, rationaler Argumente: vielleicht wird das Fleisch ungenießbar, wenn die rosa Grunzebacken auf dem Weg zum Schlachtomat vor lauter Hosescheißen schon vorher abnippeln und das meat in Stressstoffen einlegen. Möglicherweise gilt es auch einfach als unchic, Kadaver – mögen sie auch noch so frisch sein – zu 1A(as) Steaks zu verarbeiten – Gammelfleischskandale? Echt? War ich im Urlaub, no news, no worries.

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Metamorphose – The birth of the hipster [Autor: Frederic]

Als Ich eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand Ich sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Ich lag auf seinem … Rücken und sah, wenn Ich den Kopf ein wenig hob, seinen … Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit,  kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfange kläglichen dünne Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen. “Was ist mit mir geschehen?”, dachte Ich. Es war kein Traum. Sein Zimmer, ein richtiges, ein Menschenzimmer, lag ruhig zwischen den vier wohl bekannten Wänden.

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Maybe-World [Autor: Frederic]

Extragalaktische Sterneninsel, Balkenspiralgalaxie: Milchstraße, Orionspur, Sol, Erde, Europa, Deutschland, Hessen, Frankfurt am Main, Moselstrasse 32, Lido-Nightclub, aufgerissene Tür, verschleierte Sicht, mehr stolpernd als laufend auf einen Randstein zu; vornüberfallend, brachial in einen Gulli kotzend. Während die Körpersäfte durch die Speiseröhre schießen steht die Zeit still. Gerade bin ich, bin Körper. Doch dann setzt die unerbittliche Signifizierung erneut ein…

Diese verfickten Plakate: Maybe never fell in love. Be Marlboro. Hierüber wollte ich doch schreiben…

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Penisparanoia [Autor: Frederic]

penis_giessen_street_art blog

(Aus: urbanshit.de)

 

main_plaza_day blog

Main Plaza, Frankfurt am Main Sachsenhausen

 

Wieder(l)ich. Diesmal aus der Bewegung, schneller Bewegung. Ich sitze in der Bahn an meinem Asus Netbook mit Intel Atom N450 Prozessor. Da haben ich und der kleine Chip was gemeinsam, denn unteilbar fühle ich mich auch (manchmal). Der Sound in meinen Ohren, in meinem Kopf, das Kribbeln meines Genitals verursacht von  Wilco’s Impossible Germany, Track 3 des Albums Sky Blue Sky aus dem Jahre 2007 – Schicksalsjahr. Das Solo dieses Songs – welches Carlos Santana wohl auch gerne gespielt hätte –  ist wie tantrischer Sex, man surft die ganze Zeit auf einer Orgasmuswelle ohne es wirklich raus zulassen, doch dann bei 05:17 explodiert alles, gleich zweimal, in Form simpel durchgeschlagener Akkorde – nur noch krass! Hier habe ich etwas Bewegendes angesprochen (FUCK! warum gibt es keine Raucherabteile mehr, seit April 2007 (!) muss ich auf längeren Bahnfahrten immer auf dem Klo quarzen!) -: Es geht mir um den lautesten Penis der Welt.

So laut wie die kleine Wasserwanze ist kein anderes Tier, zieht man ihre Körpergrösse in Betracht.   Spielt sie mit ihrem Penis Geige, ist das lauter, als wenn ein Autofahrer hupt.”  (http://www.20min.ch/wissen/news/story/12638627)

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prostkapitalismus [autor: marvin]

bereits 1970 wies sir kingsley amis in seinem buch „Anständig Trinken“ daraufhin, was sache ist: „Erst kürzlich stellte eine amerikanische Forschergruppe fest, dass sich die westlichen Gesellschaften ohne die stützende und zugleich beruhigende Wirkung des Alkohols in etwa bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs aufgelöst hätten.“ punkt

wer gerne mal mit erigiertem bildzeitungsfinger die schnapsgetränkte stammtischparole verkündet, laut der das politische system mit der geschwindigkeit einer bekifften schildkröte auf weise konstatierungen wie die eben zitierte reagiere, der hat vollkommen recht. doch mit einem kleinem glotz auf die oben abgebildete, neuste politische strategie, muss man einfach das maul halten und neidlos anerkennen: es reagiert doch, wenn auch knapp 42 jahre später. die aktion „Trink dich fit für die Schule“ ist ein filigranes, konsumstrategisches konglomerat, ein ausgeklügeltes konzept, gebildet in der jahrelangen, intensiven zusammenarbeit unseres bundesministerium für bildung und forschung, gemeinsam mit dem bundesministerium für wirtschaft und technologie.

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Legen und Sammeln [Autor: Frederic]

Legebatterie

Ich sitze hier in einer Legebatterie, aber ich gackere nicht – weil kein Kaffee. Außerdem geht es mir hart gegen den Strich, dass meine schönen Eier einfach nicht für das verwendet werden, wozu sie gemacht sind. Geregeltes Melken, statt freiem Spritzen! Eigentlich wollte  ich eine Festrede im Stile Ciceros halten (warum auch immer?), allerdings hat mir der FAZ-StilANALyzer (Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/ich-schreibe-wie/stiltest-ich-schreibe-wie-11480570.html) gesagt, dass ich wie Sigmund Freud schreiben würde – absurd.[1] Doch wie kam ich zu diesem, wie ich finde, formidablen Stil (wenn vielleicht auch nicht mit Freud)? Im Rückblick ein Stufenplan: 1. Robinson Crusoe, 2. Kleists Zerbrochener Krug, 3. Kafkas Amerika-Fragment, 4. Das Unsterblichkeitsprogramm von Richard Morgan und 5. die Intouch. Schon bin ich ein Ich, noch dazu ein ausdifferenziertes, und gehöre damit in die Legebatterie. Protein für die Welt produzieren, auf das die Gehirne sich geregelt um- und ausbauen können. Was würde ich jetzt für Gehirnabbau geben… Wären wenigstens die Haare, der Rücken oder gar der Arsch meiner vor mir sitzenden Mitstudentin anregend, so könnte ich was anderes machen und müsste jetzt hier nicht schreiben.

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kot für die welt! [autor: marvin]

“Are you motherfuckers ready for the new shit?” fragte uns der prophet marilyn manson im jahre 2003 und es ist an der zeit diese frage zu erneuern:

abstract: der japanische wissenschaftler prof. mitsuyuki ikeda hat ein verfahren entwickelt, aus menschlicher scheiße leckeres, nach rind schmeckendes burgerfleisch zu generieren. schwachsinn? man und frau überzeuge sich selbst:

oder wer die guten alten glotzis lieber auf text richtet:

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all that she wants is another baby…maybe? [autor: marvin]

getreu dem berühmten motto standing on the shoulders of giants schwingt sich der nichtige zwerg vor seinen kühnen behauptungen auf die bulligen schultern der autorität und lässt die alles durch dringende stimme des roten gehörnten ertönen:

„Der  studierende Mensch gehört einer ganz besonderen Spezies an: von Eltern und Berufstätigen als Zwitterwesen zwischen Grundschüler und Hippie betrachtet, dabei aber meistens um nichts weniger gefordert als ein Manager in der Industrie. Den „Tritt in den Hintern“ muss man sich als Student zwar selbst geben, den entscheidenden Kick in einer nächtelangen Lernsession und vor der Prüfung holt sich der erfahrene Studierende aber aus der blau-silbernen Dose.“

so steht es geschrieben in der neusten propagandaschrift unseres flügelverleihenden lieblingsenergizers, in den großstädten verteilt von engelsgleichen koffeinmissionarinnen. dem solidarisierenden aphorismus aus fuschl am see glauben schenkend, möchte sich das permagestresste zwitterwesen also vom u-bahn automaten seines vertrauens eine dieser blau-silbernen büchsen der pandora servieren lassen, um sich beim anschließenden schießen durch den darmtrakt der stadt einen schönen tritt in den arsch zu geben…

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